Regierungsplan zum Ausbau der Atomkraft: Schlüsselfragen der Finanzierung ungeklärt

(Eigenbericht von PAVLOVEC ENERGY CONSULTING) Seit dem Abbruch des Ausschreibungsverfahrens zur Errichtung von zwei neuen Blöcken am Standort Temelin sind periodische Vorstöße der Atomlobby zu beobachten, einen neuen Anlauf für AKW-Projekte zu initiieren. Die tschechische Regierung verhandelte nun einen “Nationalen Aktionsplan der Entwicklung der Kernenergie”, der wohl zur Beruhigung der verunsicherten Atomindustrie beitragen soll. Der Sinn eines solchen isolierten Dokuments erscheint unklar, da die Frage der Errichtung neuer AKW-Blöcke im Rahmen der Aktualisierung des Energiekonzeptes behandelt wird. Die Aktualisierung des Dokuments wurde allerdings im Dezember des Vorjahres aus nicht nachvollziehbaren Gründen gestoppt. Weiterlesen

Ausschreibungsverfahren zum Ausbau des AKW Temelín aufgehoben

Fehlende Wirtschaftlichkeit des Atomprojektes zwang CEZ zum Rückzug

Der dominante tschechische Stromversorger CEZ a.s. gab heute die Aufhebung des Ausschreibungsverfahrens zur Errichtung von zwei neuen AKW-Blöcken am Standort Temelín bekannt. Die Ausschreibung begann im Jahr 2009, die Fristen wurden mehrmals verschoben. Nach Ausschluss der französischen Areva beteiligte sich das Unternehmen Westinghouse sowie das russisch-tschechische Konsortium MIR1200 an der Ausschreibung.

Im Verlauf des Verfahrens kam die fehlende Wirtschaftlichkeit des Projektes immer offener zutage. CEZ forderte mehrmals staatliche Unterstützung für das Projekt ein. Als die tschechische Regierung jedoch eine solche Unterstützung ablehnte, war der Projektbetreiber gezwungen, die Ausschreibung zu beenden.

Die Erweiterung des AKW Temelin steht vor dem Aus

Keine Bereitschaft der tschechischen Parteien zur Subventionierung des AKW-Projektes erkennbar.

(Eigenbericht von PAVLOVEC ENERGY CONSULTING) Trotz der überwältigenden Mehrheit von Atombefürwortern unter tschechischen Abgeordneten erscheint das Aus für die geplante Erweiterung des AKW Temelín immer wahrscheinlicher. Die Ursache liegt weder in Sicherheitsbedenken oder dem offensichtlich fehlenden Strombedarf, sondern ausschließlich in der mangelnden Wirtschaftlichkeit des Projektes. Damit die beiden Blöcke über die geplante Betriebsdauer zumindest eine schwarze Null erwirtschaften, müsste ihre Produktion von tschechischen Stromkunden mit riesigen Beträgen quersubventioniert werden. Ihre Höhe wird zwischen 15 und 30 Milliarden Kronen (0,6 bis 1,2 Milliarden €) jährlich geschätzt. Weiterlesen

Gericht: CEZ darf keinen Vetrag zur Fertigstellung des AKW Temelin abschließen

Das Kreisgericht in Brünn stimmte dem Antrag des vom Auswahlverfahren ausgeschlossenen französischen Unternehmens Areva zu und untersagte der Firma CEZ, einen Vertrag mit einem der verbliebenen Bieter abzuschließen. Innerhalb eines Jahres wird das Gericht entscheiden, ob das Auswahlverfahren rechtmäßig ist. Die Aufhebung des Auswahlverfahrens erscheint als sehr wahrscheinlich.

Keine Subventionen für AKW´s

EU-Kommission stimmt gegen Aufnahme von Beihilfen für Atomkraftwerke in EU-Richtlinien

(Eigenbericht von PAVLOVEC ENERGY CONSULTING) Die EU-Kommission nahm gestern den Vorschlag von Wettbewerbskommissar Almunia an, staatliche Beihilfen für die Errichtung von Atomkraftwerken nicht in die EU-Richtlinien aufzunehmen. Die Aufnahme solcher Beihilfen wurde von einigen EU-Mitgliedstaaten angestrebt, die neue AKW´s errichten wollen. Führend waren Großbritannien, Frankreich und Tschechien. Die Errichtung neuer AKW´s wie der Blöcke 3 und 4 in Temelin erweist sich zunehmend als unwirtschaftlich, nach dem Wunsch einiger Regierungen sollten diese Projekte mit staatlichen Beihilfen gestützt werden. Die Entscheidung der EU-Kommission stellt einen schweren Rückschlag für die Atom-Ausbaupläne dar.

CEZ verschiebt Entscheidung über Temelin-Ausbau um weitere 2 Jahre

Zweifel am Strombedarf und Wirtschaftlichkeit des Vorhabens als ausschlaggebende Gründe

(Pressemitteilung von PAVLOVEC ENERGY CONSULTING, 13.8.2013) Der tschechische Energiekonzern CEZ a.s., Betreiber des AKW Temelín, gab heute eine weitere Verschiebung der Entscheidung über die Errichtung neuer Blöcke am Standort Temelín um zwei Jahre bekannt. Als ausschlaggebende Gründe wurden Zweifel am starken Wachstum des Stromverbrauches sowie an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens genannt. Der Direktor von CEZ Daniel Benes beklagte auch das Fehlen von energiepolitischen Rahmenbedingungen, konkret des Energiekonzeptes. „Zumindest die Leitung der Firma CEZ nahm erstmals die energiepolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am europäischen Strommarkt zur Kenntnis, auf die ich im Rahmen von mehreren Studien hingewiesen habe“, freut sich Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte. „Von fanatischen Atombefürwortern aus der Politik ist allerdings trotz jeglicher Vernunft mit weiteren Versuchen zu rechnen, dieses nutzlose und gefährliche Projekt am Leben zu erhalten“, warnt Pavlovec. Weiterlesen

Temelin-Ausbau unwirtschaftlich- Projektbetreiber verlangt staatliche Preisgarantie

Garantierter Abnahmepreis steht im Widerspruch zum Wettbewerbsrecht

(Pressemitteilung von PAVLOVEC ENERGY CONSULTING, 14.2.2011) Der tschechische Energiekonzern CEZ a.s., Betreiber des AKW Temelín, sieht die Erweiterung der Anlage um zwei neue Blöcke nicht mehr als wirtschaftlich an. Pavel Cyrani, Direktor für strategische Entwicklung des Unternehmens, erklärte gegenüber tschechischen Medien: „Es ist derzeit unmöglich ein Kernkraftwerk auf der Basis des aktuellen Marktpreises zu errichten“. CEZ wird nun an die tschechische Regierung herantreten, um eine „Preisgarantie“ für den erzeugten Strom zu erhalten. Nach Vorstellungen des Unternehmens sollte der Staat bei niedrigen Strompreisen einen Zuschlag garantieren, bei höheren Preisen würde CEZ die Differenz zu einem nicht näher definierten Grenzpreis an den Staat zurückzahlen. Angesichts der Entwicklung an den Strombörsen zeichnet sich eine solche Überschusssituation jedoch nicht ab. „Dieses Modell des garantierten Strompreises stellt lediglich Tarnung für staatliche Subventionen dar“, erklärt Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte. „Ein solches Modell widerspricht klar dem EU-Wettbewerbsrecht und hat daher keine Aussicht, von der EU-Kommission akzeptiert zu werden“, so Pavlovec abschließend. Weiterlesen

Neue Blöcke in Temelín: UVP-Verfahren verletzt EU-Recht, 6.950 Einzelpersonen protestieren, Bundesregierung untätig

Skandalöser UVP-Bescheid aus der Werkstatt der Atomlobby verneint mögliche Umweltauswirkungen

Das UVP-Verfahren wurde nach einem UVP-Gesetz durchgeführt, welches vom Europäischen Gerichtshof als rechtswidrig erkannt wurde

Die österreichische Bundesregierung lässt ihre Möglichkeiten zum Schutz der Interessen der Verfahrensteilnehmer aus Österreich ungenutzt

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Tschechisches Umweltministerium beendet Skandal-UVP mit einer positiven Stellungnahme

Skandalöser UVP-Bescheid aus der Werkstatt der Atomlobby verneint mögliche Umweltauswirkungen bei schweren Unfällen

(Eigenbericht von PAVLOVEC ENERGY CONSULTING) Das UVP-Verfahren zur Erweiterung des AKW Temelin wurde mit der Veröffentlichung der abschließenden Stellungnahme des tschechischen Umweltministeriums (UVP-Bescheid) am 18. Jänner 2013 abgeschlossen. Der Projektbetreiber CEZ erhielt damit einen Blankoscheck zur Errichtung von verschiedenen AKW-Prototypen unterschiedlicher Leistung. Keiner der im Rahmen der UVP angeführten Reaktoren befindet sich weltweit im Betrieb. So basierte das gesamte UVP-Verfahren ausschließlich auf ungeprüften und lückenhaften Angaben der AKW-Erzeuger. Eine seriöse Abschätzung der möglichen Umweltauswirkungen war aus diesem Grund gar nicht möglich, das ganze Verfahren geriet zur Farce. Unfallszenarien, die mit gravierenden Umweltauswirkungen verbunden sein könnten, wurden noch dazu ausgeklammert. Weiterlesen

Temelín wird nicht ausgebaut. Aber Oberösterreich hat mit solchen Medien und PolitikerInnen trotzdem verloren.

Kommentar von Radko Pavlovec zum heutigen Leitartikel der Oberösterreichischen Nachrichten unter dem Titel “Temelin auf der Bühne der Weltpolitik”

Der heute in den Oberösterreichischen Nachrichten erschienene Leitartikel von  Gerald Mandlbauer führt uns deutlich vor Augen, wie weit unsere ach so unabhängige Presse bereits gekommen ist. Während in Tschechien eine rege und kritische Diskussion über die Notwendigkeit des Temelin-Ausbaus läuft und das Ausschreibungsverfahren nach der Beschwerde des unter fragwürdigen Umständen ausgeschiedenen Bieters Areva faktisch lahmgelegt ist, erklärt Herr Mandlbauer gleich im Subtitel: “Temelin wird ausgebaut. Und Oberösterreich hat verloren”. Das ist schon auf den ersten Blick so absurd, dass man die Frage stellen muss, was eigentlich dahinter steckt. Weiterlesen