Appell an Ex-Kanzler Gusenbauer: Ziehen Sie Lehren aus Fukushima und stoppen sie das skandalöse Mochovce-Engagement der STRABAG

Bundesregierung muss die Frage des fehlenden Containments des AKW Mochovce aktiv auf internationaler Ebene thematisieren.

 

PRESSEMITTEILUNG

(10. Juni 2011). Anläßlich der heutigen Hauptversammlung des Baukonzerns STRABAG protestieren NGO´s gegen die skandalöse Beteiligung des Unternehmens am Ausbau von völlig veralteten sowjetischen Reaktoren ohne Containment im slowakischen Mochovce. Die Katastrophe in Fukushima hat der Weltöffentlichkeit eindrucksvoll vor Augen geführt, dass veraltete AKW´s ohne Containment schwere Unfälle nicht beherrschen können. Die wichtigste Lehre aus Fukushima lautet daher: Kernkraftwerke ohne Containment müssen möglichst rasch vom Netz. In Deutschland wurden bereits alle solche Anlagen abgeschaltet. Ganz besonders absurd erscheint hingegen die Situation in der Slowakei, wo solche veralteten Reaktoren sogar neu errichtet werden sollen. „Die Errichtung von veralteten Reaktoren ohne Containment erscheint angesichts der Fukushima-Katastrophe völlig absurd und stellt eine vorsätzliche Gefährdung der europäischen Bevölkerung dar“, erklärt Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte. „Der Aufsichtsratsvorsitzende Gusenbauer ist daher im Interesse der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung verpflichtet, das skandalöse Mochovce-Engagement seines Unternehmens umgehend zu stoppen“.

Die Beteiligung der STRABAG am skandalösen Mochovce-Projekt stellt derzeit nicht das einzige Problem der österreichischen Anti-Atom-Politik dar. Im Rahmen des grenzüberschreitenden UVP-Verfahrens zum AKW Mochovce blieb die zentrale Frage des fehlenden Containments (druckfeste Schutzhülle) ungelöst. Das Verfahren wurde unter Verletzung des EU-Rechts durchgeführt. Die Bundesregierung unternimmt jedoch keine aktiven Schritte zur Klärung dieser Probleme, sondern beschränkt sich auf unter Geheimhaltung durchgeführte Expertengespräche im Rahmen des bilateralen Nuklearinformationsabkommens. Das Fehlen der druckfesten Schutzhülle kann bei Störfallszenarien zu großen radioaktiven Freisetzungen führen und ist auch mit einer höheren Gefährdung durch den Flugzeugabsturz verbunden. Die EU-Kommission verlangt in ihrer Stellungnahme, dass „ein dem Volldruck-Containment vergleichbares Schutzniveau gewährleistet sein muss“. Diesen Punkt muss Österreich aktiv auf der internationalen Ebene aufgreifen. „Derzeit besteht jedoch der Eindruck, dass die fehlende Schutzhülle unter Geheimhaltung schöngeredet werden soll, ähnlich wie die ungelöste Problematik der 28,8-Bühne des AKW Temelin“, so Pavlovec abschließend.