Die Erweiterung des AKW Temelin steht vor dem Aus

Keine Bereitschaft der tschechischen Parteien zur Subventionierung des AKW-Projektes erkennbar.

(Eigenbericht von PAVLOVEC ENERGY CONSULTING) Trotz der überwältigenden Mehrheit von Atombefürwortern unter tschechischen Abgeordneten erscheint das Aus für die geplante Erweiterung des AKW Temelín immer wahrscheinlicher. Die Ursache liegt weder in Sicherheitsbedenken oder dem offensichtlich fehlenden Strombedarf, sondern ausschließlich in der mangelnden Wirtschaftlichkeit des Projektes. Damit die beiden Blöcke über die geplante Betriebsdauer zumindest eine schwarze Null erwirtschaften, müsste ihre Produktion von tschechischen Stromkunden mit riesigen Beträgen quersubventioniert werden. Ihre Höhe wird zwischen 15 und 30 Milliarden Kronen (0,6 bis 1,2 Milliarden €) jährlich geschätzt.

Die Leitung des Projektbetreiber-Unternehmens CEZ erklärte bereits mehrmals, dass die positive Entscheidung über die Subventionierung eine notwendige Bedingung für die Realisierung des Projektes darstellt. Abgesehen von europarechtlichen Bedenken schlägt der Quersubventionierung nun im Inland eine Welle der Ablehnung entgegen. Laut einer Befragung der Zeitschrift “Ekonom” lehnt eine große Mehrheit aller Parteien die Quersubventionierung des riesigen Projektes im Umfang von 300 Milliarden Kronen (ca. 12 Milliarden €) strikt ab. Lediglich 31 der 200 Abgeordneten würden für die Quersubventionierung stimmen, während sie von 98 abgelehnt wird. Angesichts dieser Situation könnte die Firma CEZ bereits im Frühjahr das laufende Ausschreibungsverfahren offiziell für beendet erklären.