Atom und Klima

Klimaschutz durch Atomkraft – eine weitere Lüge der Atomlobby

In der Klimaschutzdiskussion sieht die Atomlobby die letzte Chance, den dramatischen Rückgang ihres Produktionsanteiles zumindest zu verlangsamen. Dabei wird der einzige Vorteil der Kernenergie – die relativ niedrigen CO2-Emissionen – ins Spiel gebracht. Vertreter der Atomlobby, die sich niemals für Umweltprobleme interessiert haben, mutierten in den letzten Jahren zu glühenden Klimaschützern. Durch die Etablierung der Kernenergie als Beitrag zum Klimaschutz soll ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz der klassischen thermischen Anlagen erschlichen werden.

Die Klima(schutz)lüge der Atomlobby hat eine lange Tradition. Bereits im Oktober 1991 berichtete “Der Spiegel” über diese Machenschaften. Trotzdem wird noch heute dieses falsche Argument als Hauptargument für die “Atomrenaissance” verwendet.

Der Einsatz von Kernkraftwerken zur Bekämpfung des Treibhauseffektes ist jedoch ganz grundsätzlich völlig widersinnig. Wie wir spätesten seit der Katastrophe von Tschernobyl wissen, besitzen Kernkraftwerke ein ungeheures Gefährdungspotential. Dieses Gefährdungspotential ist wesentlich höher einzustufen, als der Beitrag eines fossil befeuerten Kraftwerkes zur Klimaveränderung. Abgesehen vom direkten Gefährdungspotential ist die Produktion von hochgefährlichen radioaktiven Abfällen vorhanden, deren Entsorgung auch nach 50 Jahren der zivilen Nutzung der Kernenergie völlig ungelöst ist. Diese Gefährdung durch die Produktion von hochradioaktiven Abfällen muß zumindest so hoch bewertet werden, wie diejenige der Produktion von Treibhausgasen.

Die Vorstellung, wonach die Atomkraft als Option des Klimaschutzes herangezogen werden könnte, entstammt einer monokausalen Denkweise, die ausschließlich auf die CO2-Produktion fokussiert ist. Sobald das nukleare Risiko sowie die Produktion von radioaktiven Abfällen als gleichberechtigtes Kriterium herangezogen werden, hört die nukleare Option zu existieren auf.

Abgesehen von der grundsätzlichen Absurdität der „Atomoption“ existieren auch weitere Argumente gegen ihren Einsatz. Der Klimaschutz ist sehr wesentlich mit der Frage der Ökonomie verknüpft. Die Aufgabenstellung lautet: „Wie erreichen wir den größten Effekt mit den minimalen Kosten?“ Selbst wenn wir die Sicherheitsbedenken außer Acht lassen, stellt die Kernenergie wegen ihren hohen Kosten keine realistische Option dar. Wesentlich günstiger sind Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, die Kraft-Wärme-Kopplung oder der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern.

Vergleich der CO2-Emissionen bei der Stromproduktion

Entgegen der von der Atomlobby verbreiteten Meinung ist die Produktion von Atomstrom nicht völlig CO2-frei. Die Bereitstellung der nuklearen Brennstoffes, Errichtung und Abwrackung von AKW´s sind von CO2-Emissionen begleitet.

Die nebenstehende Abbildung zeigt die Relation der CO2-Emissionen von AKW´s zu anderen ausgewählten Methoden der Stromerzeugung.

Wie anhand der Abbildung ersichtlich, existieren mehrere aus der Sicht der CO2-Emissionen wesentlich günstigere Alternativen in der Stromerzeugung.

Ganz besonders muß die Rolle der Energieeffizienz hervorgehoben werden. Aber sogar der Einsatz von fossilen Energieträgern kann – hocheffiziente Technologie vorausgesetzt – geringere CO2-Emissionen als die Atomkraft verursachen. In userem Bespiel wird die Wärme-Kraft-Kopplung auf Gasbasis als ein solches Beispeil angeführt.

 

Die Atomkraft stellt aus sicherheitstechnischer, aber auch aus ökonomischer Sicht keine brauchbare Option für den Klimaschutz dar. Der Missbrauch von Förderungsinstrumenten für den Einsatz der Kernenergie als Klimaschutzmaßnahme muß daher dringend verhindert werden.

Radko Pavlovec, Dezember 2008

 

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